Melasse vs. Kräuter-Paste
Pekmez vs. Macun: Wer gewinnt in der Naturheilkunde?
Zwei Säulen der orientalischen Medizin
Wer sich mit traditionellen Hausmitteln aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten beschäftigt, stößt unweigerlich auf zwei Begriffe: Pekmez (die Melasse) und Macun (die Paste). Beide sind zäh, dunkel, süß und werden als hochpotente Heilmittel angepriesen. Dennoch unterscheiden sie sich in ihrer Herstellung, ihrer Philosophie und ihrem therapeutischen Nutzen gravierend.
Während Melasse immer das reine, flüssige Extrakt einer einzigen Pflanze ist (z.B. Johannisbrot oder Traube), ist eine Paste (wie die berühmte Mesir Macunu) eine komplexe Mischung aus unzähligen Kräutern, Gewürzen und einem Trägerstoff.
Die Melasse (Pekmez)
Eine Monosubstanz. Sie wirkt primär durch ihre immense Nährstoffdichte (Mineralien, Spurenelemente wie Eisen). Die Herstellung erfolgt ausschließlich durch stundenlanges Einkochen des Fruchtsaftes ohne weitere Zusätze.
Die Paste (Macun)
Ein Poly-Präparat. Bis zu 41 verschiedene Gewürze (Zimt, Nelke, Ingwer) werden pulverisiert und meist in extrem zuckerhaltigen Sirup oder Honig gerührt. Sie wirkt anregend durch die ätherischen Öle der Gewürze, liefert aber kaum strukturelle Mineralien.
Die Zucker-Falle der Pasten
Der größte Nachteil vieler im Handel erhältlicher Pasten (Macun) ist ihr Trägerstoff. Da 40 verschiedene Gewürze extrem bitter und scharf schmecken, werden sie oft in Glukosesirup, künstlichen Honig oder billigsten Industriezucker gemischt, um sie essbar zu machen. Wenn du eine Paste kaufst, nimmst du mit jedem Löffel eine gigantische Menge isolierten Zuckers zu dir.
Bei einer echten, schwarzen Zuckerrohrmelasse oder reinem Hurma Pekmezi ist der Zucker hingegen organisch gebunden, zum Teil ausgekocht und liefert gleichzeitig die Vitamine, die der Körper zur Verstoffwechselung dieses Zuckers benötigt. Wenn du die Energie von Kräutern suchst, ist es gesünder, Melasse als Trägerstoff zu nutzen und dir frischen Ingwer oder Zimt selbst hineinzurühren!