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Zuckerrohr vs. Zuckerrübe

Welcher Sirup ist der Richtige für dich?

Zuckerrohr und Zuckerrübe

Der Kampf der Pflanzen: Exotik gegen Heimat

Wenn du vor dem Regal stehst, bist du wahrscheinlich erst einmal verwirrt: Melasse ist doch Melasse, oder? Falsch. Der Ausgangsstoff – also die Pflanze, aus der der Sirup gewonnen wird – definiert die komplette biochemische Zusammensetzung, den Geschmack und letztlich auch den therapeutischen Nutzen.

Weltweit wird Zucker hauptsächlich aus zwei völlig unterschiedlichen Pflanzen gewonnen: Dem exotischen Zuckerrohr (Saccharum officinarum), das in heißen, tropischen Klimazonen wächst, und der heimischen Zuckerrübe (Beta vulgaris), die in unseren gemäßigten Breiten (z. B. Deutschland) in der Erde gedeiht. Der Herstellungsprozess des Zuckers und der übrigbleibenden Melasse ist ähnlich, doch das Endprodukt könnte unterschiedlicher nicht sein.

Zuckerrohrmelasse (Blackstrap)

Der unangefochtene Champion der Naturheilkunde. Extrem dunkel, leicht bitter, lakritzartig. Sie ist der absolute Gigant, was Eisen, Kalzium, Magnesium und Antioxidantien angeht. Der Zuckergehalt der dritten Auskochung ist minimal.

Zuckerrübenmelasse (Sirup)

Hierzulande oft als "Rübenkraut" oder Zuckerrübensirup bekannt. Sie schmeckt deutlich süßer, runder und malziger. Sie punktet vor allem mit extrem hohen Kalium- und Folsäurewerten, liegt beim Eisen aber deutlich zurück.

Wann wähle ich was?

Die Entscheidung sollte rein pragmatisch nach deinen Zielen fallen:

  • Leidest du unter chronischer Müdigkeit oder Eisenmangel? Dann führt absolut kein Weg an der echten, schwarzen Zuckerrohrmelasse vorbei.
  • Suchst du hingegen einen gesunden, mineralstoffreichen, aber süßen Brotaufstrich oder eine Zuckeralternative zum Backen (und bist schwanger und suchst Folsäure)? Dann ist die heimische Zuckerrübenmelasse eine großartige, regionale Wahl.

Vergiss jedoch nicht, dass es noch viele andere Melasse-Sorten aus Früchten gibt, wie etwa Johannisbrot oder Traube, die ebenfalls ihre ganz eigenen Stärken haben. Achte bei jedem Produkt auf reine Qualität, wie in unserem Kaufratgeber ausführlich beschrieben.

FAQ: Rohr vs. Rübe

Ist Rübenkraut das exakt Gleiche wie Zuckerrübenmelasse?

In der Umgangssprache ja, produktionstechnisch nein. Rübenkraut ist oft ein direkt eingedickter Saft der ganzen Rübe (höherer Zuckergehalt). Echte Zuckerrübenmelasse ist der Reststoff nach der Kristallisation des Haushaltszuckers (weniger Zucker, mehr Mineralien).

Welche der beiden Sorten ist besser für Diabetiker?

Die Blackstrap-Zuckerrohrmelasse. Durch das dreifache Auskochen wurde ihr der meiste Zucker entzogen. Sie treibt den Blutzuckerspiegel deutlich langsamer und weniger steil nach oben als der süßere Rübensirup.

Gibt es geschmacklich einen klaren Sieger?

Geschmack ist extrem subjektiv. Kinder und "Süßmäuler" bevorzugen ganz klar die milde, malzige Zuckerrübe (oder Dattelmelasse). Gesundheitsbewusste, die bittere Noten mögen, schwören auf den erdigen Charakter des Zuckerrohrs.

Ist Rübenzucker genauso ungesund wie Rohrzucker?

Ja. Raffinierter, weißer Zucker (Saccharose) ist chemisch immer zu 100% identisch, völlig egal, ob er aus der Rübe oder dem Rohr isoliert wurde. Er raubt dem Körper Mineralien. Die Gesundheit steckt immer im Rückstand, der Melasse!

Haben beide eine ökologisch gute Bilanz?

Für Europäer hat die Zuckerrübe die weitaus bessere CO2-Bilanz, da sie regional angebaut wird. Zuckerrohrmelasse muss meist aus Südamerika oder Asien verschifft werden, hat aber dafür das stärkere heilkundliche Profil.